Polymorphe Metropole
Häuser 02 | 2014

Berlin ist grüner, weitläufiger, geschichtsträchtiger und unangepasster als andere Städte. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung lockt die deutsche Kapitale noch immer mit experimenteller Architektur und Orten, die besondere Geschichten erzählen. [weiter]

Polymorphe Metropole
Häuser 02 | 2014

Berlin ist grüner, weitläufiger, geschichtsträchtiger und unangepasster als andere Städte. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung lockt die deutsche Kapitale noch immer mit experimenteller Architektur und Orten, die besondere Geschichten erzählen.  Berlin sei dazu verdammt, „immerfort zu werden, aber niemals zu sein“, schrieb der Kunstkritiker Karl Scheffler in seinem Buch „Berlin, ein Stadtschicksal“. Das war 1910 und lässt erahnen, dass Berlin schon vor über 100 Jahren schonungslos mit seinem gebauten Erbe umging, weshalb man heute in der 800-jährigen Stadt nur vereinzelt Gebäude aus dem Mittelalter, aus der Renaissance- oder Barockzeit findet.

Am stärksten geprägt ist das heutige Stadtbild von der Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, von Fabrikgebäuden und Mietskasernen mit ihren Seitenflügeln und dunklen Hinterhöfen, die während der Industrialisierung gebaut wurden. Ein urbanes Zentrum hatte Berlin einmal – zu seiner Blütezeit in den zwanziger Jahren. Da war es weltoffene Metro- pole, die zweitgrößte europäische Stadt nach London und das Zuhause der Avantgarde. Der Potsdamer Platz, verkehrsreichste Kreuzung des Kontinents, verfügte über die erste Ampelanlage Europas und war Epizentrum großstädtischer Vergnügen. Doch dann trugen NS-Herrschaft und die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges ihren Teil dazu bei, dass Schefflers Satz auch Jahrzehnte später noch Gültigkeit behalten sollte: Berlin wurde zu einem Ort der Leerstellen. Mit der Mauer entstand ein Bauwerk, das die Stadt in zwei Teile trennte, die sich fortan bemühten, mit den Mit- teln der Architektur zum städtebaulichen Aushängeschild ihres jeweiligen politischen Systems zu werden. Im Ostteil entstanden der Prachtboulevard der Stalinallee und der weithin sichtbare Fernsehturm am Alexanderplatz. Der Westen reagierte mit visionären Siedlungsbauten im Hansaviertel und einer dynamisch geschwungenen Kongresshalle in Tiergarten, um sich als „Schaufenster der freien Welt“ zu inszenieren.

Mit dem fall der mauer wurden die Karten ein weiteres Mal neu gemischt: Die Wiedervereinigung erforderte die Planung von Regierungsbauten und Verkehrsknotenpunkten, die Sanierung von Wohnquartieren und Museumsinsel und die Neugestaltung von Plätzen, die jahrzehntelang Brachland waren und auf einmal wieder im Zentrum lagen. Knapp 25 Jahre später sind die meisten großen Bauprojekte abgeschlossen, doch an einem Zentrum mangelt es der Hauptstadt noch immer. Der Potsdamer Platz zieht Kinobesucher an, konnte sich aber nicht wieder zu dem Ort bürgerlicher Vergnügungen aufschwingen, der er mal war. Der Alexanderplatz ist Durchgangsort und von anonymer Hotelkettenarchitektur dominiert.

Der Reiz der Hauptstadt liegt heute in ihrer Heterogenität, in dem Konglomerat von Zentren, die individuelle Entwicklungen durchlebt haben. In der ständigen Veränderung, Umnutzung und Wiederentdeckung von Orten. Man findet diese Plätze abseits der großen Boulevards. In Mitte, wo die ehemalige jüdische Mädchenschule, ein Backsteinbau aus den dreißiger Jahren, behutsam in einen Kultur- und Genussort verwandelt wurde. Auf dem Pfefferberg in Prenzlauer Berg, wo im vergangenen Jahr gerade das kleine, feine Museum für Architekturzeichnung eröffnet hat, dessen sandfarbene Betonkuben im Kontrast zu den Backsteinfassaden der alten Brauerei stehen. Oder auf dem Bötzow-Areal, wo man in der Bar „Le Croco Bleu“ zwischen lackierten Tanks und ausgestopften Tieren im Maschinenraum einer 1949 stillgelegten Brauerei sitzt und Cocktails aus Kristallschalen trinkt.

Ein feinmaschiges Netz unter der Decke hält die blätternde Farbe aus den vierziger Jahren davon ab, auf die Köpfe der Gäste zu rieseln. Verändert wurde so wenig wie nötig – schließlich ist es das Authentische, Industrielle, was die Leute so schätzen. Dabei sind es nicht nur Vorkriegs- und Industriebauten, die es zu entdecken gibt. Im ehemaligen West-Berliner Zentrum wird in diesem Frühjahr das Bikini-Haus wiedereröffnet. Der 1955 bis 57 erbaute Flachdachbau war einmal glamouröse Shoppingmeile, wurde in jüngerer Vergangenheit aber nur noch von Ein-Euro- Shops und Billig-Elektromärkten genutzt. Nun sollen ein junges, vom Berliner Werner Aisslinger gestaltetes Designhotel („25 Hours“), das wiedereröffnete Zoopalast-Kino und eine Terrasse mit Blick auf den Zoo helfen, das denkmalgeschützte Haus erneut als hippen Ausgeh- und Einkaufsort zu etablieren.

es gibt viele Wege, sich dem polymorphen Berlin zu nähern: Man kann sich Siedlungsbauten zum Thema machen und die Arbeiterpaläste der Karl-Marx-Allee, die Nachkriegsmoderne von Le Corbusier, Niemeyer und Aalto im Hansaviertel, die Sozialbauten der Siebziger oder die preisgekrönten Baugruppenprojekte von heute aufsuchen. Man kann dem Fußabdruck der Berliner Mauer und den Veränderungen der vergangenen 25 Jahre nachgehen, denn DOM-Publishers hat diesem Bauwerk 2013 einen eigenen Architekturführer gewidmet. Man kann der Empfehlung des Schauspielers und Publizisten Hanns Zischler folgen („Berlin ist zu groß für Berlin“, Galiani Berlin, 2013) und am Brixplatz in den Bus Nummer 104 steigen. Der befördert seine Fahrgäste einmal quer durch die multizentrische Stadt, vom bürgerlichen Charlottenburg über Schöneberg, Tempelhof, Neukölln bis zur Halbinsel Stralau, die noch vor 20 Jahren ein verlassener, halbindustrieller Ort am Stadtrand war und heute mit Wohnbauten zugepflastert ist.

Unterwegs begegnet man Denkmälern und Alltags- bauten, Kirchen und Moscheen – und Berlinern, die sich ebenso heterogen geben wie ihre Stadtviertel, mal mit Perlenohrring, mal mit Lippenpiercing. Man kann sich auch den Leerstellen widmen, die sich die Berliner selbst aneignen. Die berühmteste Brache der Stadt dürfte derzeit das Tempelhofer Feld sein: Vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. als Paradeplatz angelegt, im 19. Jahrhundert als Sportplatz genutzt, von den Nationalsozialisten mit dem damals größten Gebäude Europas bebaut, wurde es für die Berliner zum überlebenswichtigen Ziel der Luftbrücke während der Blockade 1948 – und später zum zentrumsnahen Kleinflughafen. 2008 startete hier das letzte Flugzeug, 2010 wurde das Flugfeld für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die es sich mit Flugdrachen, Grillzangen und Gemüsebeeten aneignete. Auch hier ist Veränderung programmiert: Im Mai dürfen die Berliner per Volksentscheid abstimmen, ob die 380 Hektar große Freifläche teilweise bebaut werden soll oder als Leerstelle inmitten der Stadt erhalten bleibt.

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Vom Aufbewahren und Vorzeigen
Häuser | Juni 2013

Kein Möbel ist so vielseitig wie das Regal. Warum manche Modelle es ins Museum schaffen, verrät Florian Hufnagl, Direktor der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne. Interview: Dorothea Sundergeld, Foto: Bert Heinzlmeier  [weiter]

Vom Aufbewahren und Vorzeigen
Häuser | Juni 2013

Kein Möbel ist so vielseitig wie das Regal. Warum manche Modelle es ins Museum schaffen, verrät Florian Hufnagl, Direktor der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne. Interview: Dorothea Sundergeld, Foto: Bert Heinzlmeier 

Das Regal selbst und seine Benutzung haben sich im vergangenen Jahrzehnt so stark verändert wie unser Leben. Florian Hufnagl erklärt, wie aus dem primär funktionalen Stauraum eine Bühne der Inszenierung wurde – und warum man auf manche Regale besser keine Bücher stellen sollte

Herr Hufnagl, wie viele Regale haben es bisher in die Neue Sammlung geschafft?

Einige – das älteste stammt von Bruno Paul und wurde 1908 für die Vereinigten Werkstätten entworfen. Es ist ein sehr schlichtes Regal, ein Anbausystem. Aber es war seiner Zeit extrem weit voraus. Als ich eine Ausstellung über die Gestaltung von Ikea kuratiert habe, habe ich das Bruno-Paul-Regal „Billy“ gegenübergestellt. Es zeigt, wie dieser innovative Entwurf aus der Zeit der Jahrhundertwende in Vergessenheit geraten ist und im 20. Jahrhundert wieder aufgenommen wurde.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Objekte für die Neue Sammlung aus?

Es gibt für mich zwei Kriterien: Funktionalität und Gestaltung. Dieter Rams’ 1960 für Vitsœ entworfenes System „rz 60“ („606“) ist ein Beispiel für ein Regal, das wegweisend in seiner Funktionalität und Gestaltung war. Flexibel, beliebig erweiterbar, in der Höhe verstellbar. Wir haben aber auch Regale, bei denen die Funktionalität eine unterge- ordnete Bedeutung hat, die dafür als Einzelmöbel repräsentativen Charakter haben, wie das „Carlton“ von Ettore Sottsass. „Carlton“ ist streng genommen gar kein Regal, sondern ein Statement zum Thema Regal. Sottsass, der ein sehr kluger Mann war, hat hier mithilfe des Designs über Design gesprochen. Mit seiner totemhaften Struktur und bunten Lami- natoberfläche sagt „Carlton“: „Ich bin das Regal! Neben mir soll nichts stehen!“ Auch lässt sich im Übrigen darauf kaum etwas stellen, denn Sottsass hat die Seiten so abgewinkelt, dass Bücher schief daran lehnen. Das ist der blanke Horror für jeden Buchliebhaber, weil der Buchblock aus der Bindung herausgeht.

Regale gibt es vermutlich schon, seitdem Menschen Bü- cher besitzen. Erklären Sie uns, wie sich dieses Möbel im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert hat?

Das geht Hand in Hand mit der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft. Früher hatte der Gelehrte noch seine Bibliothek – einen Raum, der der Funktion der Buchaufbewahrung vorbehalten war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Wohnungen kleiner. Wer sich keine Bibliothek leisten konnte, rückte das Regal ins Wohnzimmer. Wenn die Bücher dann immer mehr wurden, begann man, Regale auch auf den Gängen aufzustellen. So entstand der Bedarf an Systemmöbeln, und die Industrie reagierte darauf.

34 Und dann kam die große Zeit der Schrankwand?

Das ist ein klassisches Thema Ende der 50er Jahre. Da wurden wandbildende Wandschränke entwickelt, oft in Schleiflack. Ein wachsender, gebildeter Mittelstand hatte das Bedürfnis, seine Literatur, die Schallplatten etc. zur Schau zu stellen.

Und was macht die Schrankwand heute?

Ich halte sie für fast verschwunden, mit Ausnahme von Restbeständen. Die Gründe sind verschiedene. Zum einen gibt es einen Trend zum authentischen Einzelmöbel. Eine Entwicklung, die immer dann eintritt, wenn der prinzipielle Bedarf gedeckt ist und die bloße Funktion nicht mehr im Vordergrund steht. Ein wichtiger Grund ist auch die zu- nehmende Mobilität unserer Gesellschaft. Wir richten uns ja heute nicht mehr für die Ewigkeit ein, sondern ziehen öfter um.

Bringen veränderte Grundrisse und Lebensgewohnheiten auch neue Möbelformen hervor?

Ja, denn Design reagiert immer auf gesellschaftliche Veränderungen. Heute geht die Tendenz zum offenen Wohnen. Die Grundrisse unserer Wohnungen werden freier gestaltet, und da hat das Regal oft auch eine Raumteiler-Funktion.

Je mehr Bücher, Filme und Musik wir in digitaler Form besitzen, desto weniger Stauraum brauchen wir für sie. Wird das Regal irgendwann ganz aus unseren Wohnungen verschwinden?

Das glaube ich nicht. Die Anzahl der Regale in der Wohnung wird sich sicherlich verringern. Selbst jemand wie ich, der immer großen Wert auf eigene Bücher gelegt hat, benötigt heute weniger Bücher als früher. Das Thema Lexikon hat sich ja fast ganz erledigt. Informationen, für die ich früher Lexika benötigt habe, kommen heute aus dem Netz. Da brauche ich keine Regalmeter mehr, sondern nur eine Ablagefläche für meinen Laptop.

Was bedeutet das für den Möbeltypus Regal?

Wenn wir nicht mehr so viel Stauraum brauchen, wer- den wir uns auf wenige Bücher konzentrieren, die wir wie Kostbarkeiten behandeln und inszenieren. Seit der Jahrtausendwende gibt es daher immer mehr Regale, bei denen die Inszenierung des In-halts eine Rolle spielt. Bruno Rainaldi entwarf zum Beispiel das Regal „Ptolomeo“, das Bücher nicht mehr vertikal stapelt, sondern horizontal. Es sagt: Hier liegen meine Buchschätze.

Was sagt der Regalinhalt über einen Menschen aus?

Am Bücherregal kann man erkennen, ob jemand methodisch arbeitet oder nicht. Sieht es aus wie Kraut und Rüben? Oder sind die Bücher nach Größe aufgestellt oder nach Inhalt sortiert?

Mit welchen Regalen leben Sie zu Hause?

Mit einer Mischung. Da ich viele Bücher besitze, habe ich auch viele „Billy“-Regale. Dann gibt es „Ptolomeo“, in dem ein Bereich meinen privaten Liebhabereien vorbehalten ist. Und es gibt „Nan15“ von Nitzan Cohen, das ich sehr schätze. Es besteht aus Metallmodulen, die man unkompliziert auf- und abbauen und mit denen man das Regal beliebig erweitern kann. Die Mischung dieser drei erfüllt per- fekt die unterschiedlichen Bedürfnisse nach Funk- tionalität, Mobilität und Repräsentation.

 

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Da kann man was draus machen
Häuser | 05/2012

Muck Petzet ist Generalkommissar des deutschen Beitrags auf der Architektur-Biennale Venedig 2012. Bei den Besuchern des Deutschen Pavillons wirbt der Architekt für den Erhalt qualitätvoller, aber wenig geliebter Alltagsbauten aus den Nachkriegsjahrzehnten.  [weiter]

Da kann man was draus machen
Häuser | 05/2012

Muck Petzet ist Generalkommissar des deutschen Beitrags auf der Architektur-Biennale Venedig 2012. Bei den Besuchern des Deutschen Pavillons wirbt der Architekt für den Erhalt qualitätvoller, aber wenig geliebter Alltagsbauten aus den Nachkriegsjahrzehnten. 

 

Häuser: Das Thema des Deutschen Pavillons lautet 2012 „Reduce/Reuse/Recycle“ – was haben Begriffe aus der Müllwirtschaft mit Architektur zu tun?

Muck Petzet: Es gibt Analogien zwischen dem Bauen im Bestand und der Abfallwirtschaft, die sehr spannend sind. Zum Beispiel kann man gewisse Renovierungen mit dem Mehrwegsystem verglei­ chen. Ein Haus wird geleert, neu befüllt und be­ kommt ein neues Etikett. Der Titel der Ausstellung soll dazu anregen, bestehende Architektur mit anderen Augen anzuschauen. Wir haben 16 Um­ bauprojekte ausgewählt und von der Fotografin Erica Overmeer fotografieren lassen. Sie hat einen Blick für die Qualitäten des Alltäglichen.

Warum ist das Thema Umbau so wichtig?

Zum einen findet bereits heute 80 Prozent der Bau­ tätigkeit im Bestand statt. Zum anderen kommt in den nächsten Jahren ein großer Renovierungsbe­ darf bei Gebäuden der Nachkriegsjahrzehnte auf uns zu. Die Siedlungsbauten der 50er bis 70er haben aber zugleich das Problem, dass sie ziemlich unbeliebt sind. Deshalb wollen wir interessante Umbaustrategien aufzeigen und eine Aufmerksam­ keit dafür schaffen, dass weniger Eingriff manch­ mal mehr ist.

Viele würden die Gebäude der 50er bis 70er lieber abbrechen und neu bauen. Ist jedes Bauwerk grund- sätzlich erhaltenswert?

Wenn man den energetischen Aspekt betrachtet, ist Abbruch immer Energieverschwendung. Dabei geht es nicht nur um die Energie, die ich aufwen­ den muss, um etwas Neues zu schaffen. In jedem Bestand steckt sogenannte „graue Energie“, die für Herstellung, Transport und Verarbeitung der Bau­ materialien verbraucht wurde. Wenn ich bei einer energetischen Sanierung in Betracht ziehe, wie viel graue Energie in den Baustoffen steckt, zum Beispiel in mineralölbasierten Dämmmaterialien, sieht die Bilanz schlecht aus. Eine konservative Studie geht davon aus, dass es 15 bis 25 Jahre dauert, bis ein Gebäude die Energie, die zu seiner Sanierung verwendet wurde, wieder eingespart hat.

Uns geht es in der Ausstellung aber nicht darum, zu sagen: „Alles muss erhalten bleiben“, sondern im Gegenteil um Veränderung und Weiterentwicklung. Was gut sichtbar wird an den vorgestellten Projekten, ist, wie Bestand gerade durch seine Sperrigkeit zu Lösungen führt, die man sich nicht hätte ausdenken können. Selbst aus der Hässlichkeit eines Gebäudes kann man etwas Neues gewinnen.

Was macht eine gute Umbaustrategie aus?

Jeder Bestand hat Qualitäten, die oft auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Es geht darum, diese wahrzunehmen und zu prüfen, ob sie sich in die Gegenwart oder Zukunft übertragen lassen. Denn ein Gebäude speichert nicht nur Energie in Form von Materialien. Es speichert auch die Geschichten und erzählt von sozialen Zusammenhängen. Wir sollten Spaß an der Veränderung haben, dabei aber nicht sinnlos Dinge zerstören, die Potenzial für die Zukunft hätten. In der Annäherung von Alt und Neu stecken viele Möglichkeiten.

Was sollen die Besucher aus der Ausstellung mitnehmen?

Die Begriffe „Reduce/Reuse/Recycle“ stehen ja für eine Wahrnehmungsverschie- bung von Müll zu einem Wertstoff. Ich würde gern auch in der Betrachtung von Alltagsarchitektur die Wahrnehmung verändern. Für die meisten Architekten klingt Umbau immer noch irgendwie zweitklassig. Ich freue mich, wenn ein Besucher denkt: „Aha, da ist ja wirklich eine Qualität drin, die ich vorher noch nicht gesehen habe. Da kann man was draus machen!“ Architekten und Archi- tekturstudenten sollen Lust bekommen, sich mit Bestand zu beschäftigen und das als sehr kreative und freie Aufgabe zu betrachten. 

 

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Paris kann auch anders
Häuser 05 | 2012

Selbstsicher schwelgt die französische Metropole in ihrer Vergangenheit. Dabei hat die Stadt auch aufregend moderne Architektur zu bieten. Die Avantgarde liegt hier nur oft verborgen hinter historischen Fassaden. Eine Entdeckungsreise.  [weiter]

Paris kann auch anders
Häuser 05 | 2012

Selbstsicher schwelgt die französische Metropole in ihrer Vergangenheit. Dabei hat die Stadt auch aufregend moderne Architektur zu bieten. Die Avantgarde liegt hier nur oft verborgen hinter historischen Fassaden. Eine Entdeckungsreise. 

 

Sie ist eine der schönsten städte der welt. Keine andere entspricht so sehr unserer Vorstellung von einer Metropole mit elegantem Charme. Allein der Geruch der Metro, der durch den Abrieb der bremsenden Gum- mireifen entsteht, löst Nostalgie aus. Spätestens wenn wir in einem Café mit Art-déco-Mosaik an einem der runden Marmortische am Boulevard sitzen, können wir gar nicht anders, als Paris zu lieben. Der einzige Vorwurf, den wir dieser Stadt machen könnten, wäre, dass sie ein Mythos ist – zu museal, um von heute zu sein.

Für zeitgenössische Architektur ist in der französischen Hauptstadt in der Tat wenig Platz. Wo auch immer man die Treppen der Metro emporsteigt, stehen Baudenkmäler – von mittelalterlichen Kirchen über Fassaden der Haussmann-Zeit bis zu Le Corbusiers Vorzeigeprojekten der Moderne. Architektur aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat es hier nicht leicht. Selbst François Mitterrand, der seine Regierungszeit (1981–1995) wie kein anderer Präsident dazu nutzte, das Gesicht der Stadt zu prägen, musste mit dem Triumphbogen „Grande Arche“ (Johan Otto von Spreckelsen) ins Hochhausviertel La Défense westlich von Paris und mit der Nationalbibliothek (Dominique Perrault) in das 13. Arrondissement ausweichen. Zu den jüngsten Großprojekten, die im Zentrum eröffnet wurden, zählt das Musée du Quai Branly von Jean Nouvel, und seit dessen Einweihung 2006 ist nun schon so viel Zeit vergangen, dass die Grünanlagen des Gartenkünstlers Gilles Clément schön verwildern.

Doch es gibt neues aus Paris – man muss nur gelegentlich ein paar Türen öffnen, um es zu entdecken. Die Avantgarde verbirgt sich hier gern hinter denkmalgeschützten Fassaden. Wer im Louvre zum Beispiel durch das obere Stockwerk des Denon-Flügels geht und auf dem Weg zur „Mona Lisa“ rechts einen Blick aus dem Fenster wirft, entdeckt sie: die schönste Innovation des Museums seit der Pyramide von I. M. Pei. Eine organisch geformte Dachkonstruktion aus Glas und Metallgewebe, die wie ein riesiges, vom Wind gebauschtes Tuch über dem Innenhof, der Cour Visconti, liegt. Im Sonnenlicht wirkt die Oberfläche „irisierend wie ein Libellenflügel“, so der Architekt Mario Bellini. In diesem Herbst wird darunter die neue Abteilung für islamische Kunst ein- geweiht, mit 2500 Exponaten aus 14 Jahrhunderten.

In der kaum weniger berühmten Opéra Garnier hat die Pariser Architektin Odile Decq ein exzentrisches Restaurant gebaut, ohne die denkmalgeschützten Kuppeln und Säulen anzutasten. Ihr Trick: ein kurvenreich geschwungenes Zwischengeschoss, das auf Säulen frei im Raum steht. „Es ist wie das Phantom der Oper“, erklärt die Architektin, „es gleitet lautlos durch die Räume, ohne etwas zu berühren.“ Tatsächlich wurde in diesem Haus der Mythos vom Phantom der Oper geboren, unter anderem wegen eines nie ganz aufgeklärten Unfalls: 1896 war das Gegengewicht eines prächtigen Kronleuchters zu Boden gestürzt und hatte eine Concierge erschlagen.

Auf der linken Seine-Seite versteckt sich hinter den Schaufenstern eines Ladenlokals an der Rue de Sèvres ebenfalls zeitgenössische Architektur. Hermès hat hier das Art-déco-Schwimmbad des Hotels „Lutetia“ in einen Flagship-Store umgebaut. Da der Denkmalschutz verlangte, dass die Räume jederzeit wieder als Bad genutzt werden können, deckte man das Becken mit einer Mosaikfläche ab. „Die wirkliche Herausforderung war, den eindrucksvollen Raum mit seinen umlaufenden Galerien als Verkaufsfläche zu gestalten“, sagt Architektin Julia Clapp vom Architekturbüro RDAI. Drei hüttenähnliche Pavillons aus gebogenen Eschenholzstäben waren die Lösung: Sie schaffen Räume im Raum und bieten Durchsicht auf die bestehende Architektur.

Ein nicht minder spektakulärer Umbau fand im ehemaligen Theater La Gaîté Lyrique am Rand des Marais-Viertels statt. Es wurde 1862 erbaut, stand jedoch in den vergangenen 20 Jahren leer, bis Architektin Manuelle Gautrand es zu neuem Leben erweckte – als Zentrum für digitale Künste. Die Bausubstanz war zu großen Teilen zerstört, weshalb der Kontrast von digitalen Themen und historischer Hülle nur in wenigen Räumen spürbar ist. Besonders gelungen ist das „Foyer Historique“ – darin schweben zwei LED-Kronleuchter wie Augen über einer Bar aus Lichtwürfeln, die in der Dämmerung einem gepixelten Lächeln ähnelt.

Neue bauprojekte hatten es in der Vergangenheit auch deshalb schwer in Paris, weil die Öffentlichkeit sie oftmals ablehnte. Die Glaspyramide von I. M. Pei konnte Mitterrand nur gegen großen öffentlichen Widerstand durchsetzen. Das von Renzo Piano und Richard Rogers entworfene Centre Pompidou wurde in den 70ern zunächst als Ölraffinerie beschimpft, und den Eiffelturm bezeichneten die Pariser während der Bauarbeiten als „wirklich tragische Straßenlaterne“. Heute verhindern eher die strengen Gestaltungsauflagen von Denkmalpflege und Baubehörden gewagte Experimente.

Die Bewohner selbst scheinen dem Neuen gegenüber toleranter geworden zu sein. Vor allem, wenn es sich mit historischer Hülle tarnt. Als das Palais de Tokyo, Museum für zeitgenössische Kunst, kürzlich die Eröffnung eines neuen Trakts mit einer 36-Stunden- Party feierte, kamen statt der erwarteten 10 000 Besucher 24 000. Dabei erwies sich das Architektenteam Lacaton & Vassal, das bereits die erste Umbauphase vor zehn Jahren gestaltet hatte, als durchaus schonunglos: rohe Betonböden, Maschendrahtzäune und Spanplat- ten lassen den Prachtbau aus den 30er Jahren im Inneren wie eine Techno-Location aus dem Berlin der 90er wirken. Aber genau dieser Hausbesetzer-Charme steht der Kunst gut, die hier ausgestellt wird. Und auch der Stadt – als Kontrast zur allgegenwärtigen Nostalgie.

 

LOUVRE

Ein Dach für die islamische Sammlung: Wie der Flügel einer Libelle schillert die gewellte Glas- und Metallhaut über der Cour Visconti, einem der Innenhöfe des Louvre. Unter der von Mario Bellini und Rudy Ricciotti entworfenen Konstruktion verbirgt sich die Sammlung für islamische Kunst, die im Herbst eröffnet wird. Da das Dach lichtdurchlässig ist, werden die lichtempfindlicheren Stücke in den beiden unteren Geschossen ausgestellt. Der Clou: Die Neorenaissance-Fassade aus dem 19. Jahrhundert bleibt trotz des Neubaus sichtbar.

PALAIS GARNIER

Balustrade mit Swing: Schon Architekt Charles Garnier hatte im Gebäude ein Restaurant vorgesehen, als er das Opernhaus für Napoleon III. entwarf. Fast 150 Jahre später eröffnete das Restaurant „L’Opéra“ im Seitenflügel. Die Pariser Architektin Odile Decq setzte der neobarocken Opulenz fließende Formen in Weiß und Knallrot entgegen. Sogar das Glas der Fenster ist wie ein Vorhang in sanfte Wellen gelegt.

 

HERMÈS

Showroom im Schwimmbad: Das Stammhaus des Luxus-Konzerns, 24, Faubourg Saint-Honoré, wurde in den 30er Jahren gestaltet. Als Hermès vor einigen Jahren dann nach einer weiteren Adresse, diesmal auf der linken Seine-Seite, suchte, erschien das „Lutetia“ die perfekte Wahl. Denn das Art-déco-Schwimmbad des gleichnamigen Hotels wurde ebenfalls in den 30ern errichtet. Mit dem Ausbau des denkmalgeschützten Raumes beauftragte man das Büro RDAI. Die Architekten entwarfen Hütten aus Eschenholz, um Räume im Raum zu schaffen, ohne die historische Substanz zu beschädigen. Der Pool wurde mit einem Mosaik bedeckt.

 

DOCKS EN SEINE

Ein grünes Kleid für die Cité de la Mode et du Design: In die Pariser Hafenanlagen ist neues Leben eingezogen. Das Architektenduo Jakob+MacFarlane gewann den Wettbewerb für die Revitalisierung der alten Lagerhallen am Seine-Ufer mit einem „plug over“-Konzept. Das Zementtragwerk der 1907 errichteten Gebäude wurde mit Röhren aus Glas und Stahl verkleidet, durch die man auf Treppenstufen die verschiedenen Stockwerke erreicht. Im Frühjahr eröffnete hier das neue Zentrum für Mode und Design.

 

PALAIS DE TOKYO

Jede Menge Spielraum: Mit 22 000 Quadratmetern ist das Palais de Tokyo seit April dieses Jahres Europas größte Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst. Die Architekten Lacaton & Vassal, die schon den ersten Bauabschnitt 2002 betreuten, hatten ein knappes Budget für den Umbau des Gebäudes aus den 30er Jahren. Ihr Konzept: minimale Intervention und einfache Materialien in Rohbauqualität. Das Ergebnis ist eine spektakuläre Bühne für Installationen wie Ulla von Brandenburgs „Death of a King“ (oben).

 

LA GAÎTE LYRIQUE

Belle Époque trifft auf digitales Zeitalter Erbaut wurde La Gaîté Lyrique in den 1860er Jahren als Operettenhaus. Anfang des 20. Jahrhunderts begeisterten Serge Diaghilevs Ballets Russes auf der Bühne. Nachdem in den 80er Jahren der Versuch, einen Vergnügungspark zu installieren, gescheitert war, stand das Haus leer. Bis Architektin Manuelle Gautrand es zu einem Forum für digitale Künste umbaute. Heute erfreuen sich hier Technikbegeisterte an digitalem Spielzeug, und Kulturinteressierte kommen zu Vernissagen, Konzerten und Performances.

 

TIPPS & ADRESSEN

Abteilung für islamische Kunst im Musée du Louvre 75058 Paris, Metro: Louvre/ Palais Royal Musée, Tel. +33- 1-40 20 53 17, www.louvre.fr

Restaurant „L’Opéra“ im Palais Garnier Place Jacques Rouché, 75009 Paris, Metro: Opéra, www.opera-restaurant.fr

Hermès Showroom. 17, rue de Sèvres, 75006 Paris, Metro: Sèvres-Babylone, www. hermes.com

Les docks en seine/Cité de la Mode et du Design. 34, quai d’Austerlitz, 75013 Paris, Metro: Gare d’Austerlitz, www.paris- docks-en-seine.fr

Palais de Tokyo Erweiterung des Zentrums für zeitgenössische Kunst. 13, avenue du Président Wil- son, 75016 Paris, Metro: Iéna, www.palaisdetokyo.com

La Gaîté Lyrique Zentrum für digitale Künste. 3, bis rue Papin, 75003 Paris, Metro: Réaumur-Sébastopol, www.gaite-lyrique.net

Mobile Art Pavillon Ausstellungsraum für junge Kunst vor dem Institut du Monde Arabe. 1, rue des Fosses Saint-Bernard, 75005 Paris, Metro: Jussieu, www.imarabe.org

 

MODERNE ARCHITEKTUR KLASSIKER

Centre Pompidou: Das von Renzo Piano und Richard Rogers entworfene Zentrum für moderne Kunst wurde 1977 eröffnet. Place Georges Pompidou, Metro: Rambuteau, www.centre pompidou.fr

Musée du Quai Branly: Das Museum für außereuropäische Kunst von Jean Nouvel öffnete 2006 seine Türen. 37, quai Branly, 75007 Paris, Metro: Pont de l’Alma, www. quaibranly.fr

Fondation Le Corbusier: Die beiden von Le Corbusier 1923 erbauten Villen Jeanneret und La Roche sind heute Museum. 8–10, square du Docteur-Blanche, 75016 Paris, Metro: Jasmin, Tel. +33-1-42 88 41 53, www. fondationlecorbusier.fr

Maison Tzara: Nur von außen zu besichtigen: das Haus, das Adolf Loos 1926 für den Künstler Tristan Tzara baute. 15, avenue Junot, 75018 Paris, Metro: Lamarck-Caulaincourt

Maison de Verre: Die Ikone der Klassischen Moderne, 1932 nach einem Entwurf von Pierre Chareau vollendet, ist ebenfalls nur von außen zu besichtigen. 31, rue Saint-Guillaume, 75007 Paris, Metro: Rue du Bac

Zentrale der kommunistischen Partei Frankreichs Das von Oscar Niemeyer entworfene Gebäude wurde 1971 fertiggestellt. Besichtigung der Innenräume nur nach Terminvereinbarung. 2, place du Colonel Fabien, 75019 Paris, Metro: Colo- nel Fabien, Tel. +33-1- 40 40 12 12, www.pcf.fr

HOTELS

Hotel HI Matic: Klein, bunt und ungewöhnlich ist das von Designerin Matali Crasset konzipierte „HI Matic“-Hotel. DZ ab 110 Euro, 71, rue de Charonne, 75011 Paris, Metro: Charon- ne, Tel. +33-1-43 67 56 56, www.hi-matic.net

Intercontinental Paris Le Grand: 1862 eröffnet, ist das Haus ein Musterbeispiel für den Baustil unter Napoleon III. DZ ab 335 Euro, 2, rue Scribe, 75009 Paris, Metro: Opé- ra, Tel. +33-1-40 07 32 32, www.paris.intercontinental. com

Hotel Design de la Sorbonne: Charmant, persönlich und perfekt gelegen für Flaneure und Fans des alten und neuen Paris. DZ ab 100 Euro, 1, rue Victor Cousin, 75005 Paris, Metro: Cluny Sor- bonne, RER Luxembourg, Tel. +33-1-40 46 22 11, www.hotelsorbonne.com

La Maison Champs-Élysées: Der belgische Modedesigner Martin Margiela redesignte das Hotel als eine Hommage an die Farbe Weiß. DZ ab 340 Euro, 8, rue Jean Gou- jon, 75008 Paris, Metro: Franklin D. Roosevelt, Tel. +33-1-40 74 64 65, www. lamaisonchampselysees.com

RESTAURANTS/BARS

Les Collections: Der Designer Didier Gomez gab dem Restaurant im „Sofitel Paris Le Faubourg“ einen neuen Look, die Küche bleibt gehoben französisch. 15, rue Boissy d’Anglas, 75008 Paris, Métro: Concor- de, Tel. +33-1-44 94 14 14

Le derrière: Die Küche des Hinterhof- Restaurants ist modern französisch, die Einrichtung bietet Retroschätze aus verschiedenen Jahrzehnten. 69, rue du Gravilliers, 75003 Paris, Metro: Arts et Metiers, Tel.+33144619195, www.derriere-resto.com

Le Bar à Champagne: Die Bar gehört zum Restaurant „Le Ciel de Paris“ – und dem ist man in der 56. Etage des Tour Montparnasse ganz nah. 33, avenue Maine, Metro: Montparnasse-Bienve- nue, Tel. +33-1-40 64 77 64, www.cieldeparis.com

Café Germain: Die Designerin India Mahdavi gestaltete das Restaurant. Blickfang: eine Frauenfigur, die über zwei Stockwerke reicht. 25/27, rue de Buci, 75006 Paris, Metro: Mabil- lon, Tel. +33-1-43 26 02 93

DESIGN GALERIEN

Galerie BSL: Noé Duchaufour-Lawrance entwarf einen futuristischen Corian-Ausbau für die kleine Design-Galerie im Marais. 23, rue Charlot, 75003 Pa- ris, Metro: Filles du Calvaire, Tel. +33-1-44 78 94 14, www.galeriebsl.com

Galerie Kreo: Hier gibt es limitierte Editionen zeitgenössischer Designer wie Pierre Charpin, Ronan & Erwan Bouroullec, Martin Szekely und Konstantin Grcic. 31, rue Dauphine, 75006 Paris, Metro: Odéon, Tel. +33-1-53 10 23 00, www.galeriekreo.com

Galerie Christine Diegoni: Gute Adresse für Möbel der 50er bis 80er Jahre. Schwerpunkt: Leuchten von Gino Sarfatti. 47, ter rue d’Orsel, 75018 Paris, Metro: Abes- ses, Tel. +33-1-42 64 69 48, www.christinediegoni.fr

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