Tee oder Kaffee?
Schöner Wohnen | November 2012

Der Meister des reduzierten Designs gibt Antworten auf vierzehn kurze Fragen und zeichnet für uns einen Traum

Was bedeutet Ihnen zu Hause? „Kein fester Ort, aber meine sieben, acht Sachen um mich herum zu haben“

Tee oder Kaffee? „Immer Tee, Kaffee nur in Italien“

Deutsches Design ist…

„Die Mystifizierung einer vergangenen Ära. Dennoch dient der Begriff auch heute als Sinnbild für qualitätsvolles, modernes Design“

Welches ist der wichtigste raum der Wohnung? „Der Raum mit einem großen Tisch vor dem Fenster, einem Stuhl, Büchern, Papier und Stiften“

Berlin oder München? „Beide Städte, im Wechsel“

Was denken Sie, wenn Ihre Ideen kopiert werden: Diebstahl oder Kompliment? „Früher dachte ich: Kompliment. Inzwischen betrachte ich es eindeutig als Diebstahl. Leider mangelt es an einem international ein- heitlichen Rechtssystem, um dieses Übel zu bekämpfen“

Haben Sie jemals etwas entworfen, das Sie nicht mochten? „Ja, das kommt immer wieder vor. Man leidet sehr dabei, aber das Scheitern ist immer auch Teil unseres Tuns. Ich versuche, daraus zu lernen“

Über was freuen Sie sich? „Ich freue mich über eine intelligente Idee“

Holz oder Kunststoff? „Die Materialfrage steht bei jedem Projekt ganz oben. Es geht vor allem darum, einen angemessenen Werkstoff zu finden – Holz oder Kunststoff oder all die anderen Materialien“

Haben Sie ein Lieblingsstück? „Ganz viele. Und irgendwie wechseln sie sich ständig ab. Ich war immer schon schlecht darin, mein Lieblings-Etwas aufzuzählen“

Was ärgert Sie? „Das Fehlen einer Idee“

Auf welches Möbelstück würden Sie nie verzichten? „Ich besitze einen gelben ‚Box‘-Stuhl, entworfen von Enzo Mari (1971, Castelli). Es ist mein Arbeitsstuhl im Münchener Büro, ich verbringe Stunden darauf, seit vielen vielen Jahren. Ein befreundeter Designer hat ihn mir einmal geschenkt. Ich liebe einfach alles daran: die Farbe, die Löcher, das etwas Eigensinnige, seine schematische Konstruktion. Überdies finde ich ihn auch absolut bequem“

„Less is more“ oder „less is bore“ – ist weniger mehr oder ist weniger langweilig? Ich halte es mit Designer Dieter Rams: „Less but better“, also „Weniger, aber besser“

Fragen: Gunda Siebke und Dorothea Sundergeld